Neuerscheinungen

Kommen wirklich nur noch Berlin-Touristen und Grundschüler mit den Gründungssagen der Hauptstadt in Berührung? Abseits der alljährlichen Nikolai-Festspiele hält die Wünsdorferin Kati Pfau die mittelalterlichen Sagen aus der Mark Brandenburg auch auf den anderen Erzählbühnen des Landes lebendig. Dabei versteht es die Geschichtenerzählerin und Moderatorin, die Alt-Berliner Sagen mit Fantasy und Romance zu verbinden. Jetzt sind sechs ihrer Bühnenerzählungen im Erzählverlag erschienen.

Die Frauen und Männer, von denen die Berliner Autorin Eike Kathrin Asen in ihren Kurzgeschichten und Gedichten erzählt, sind verletzlich und verletzend zugleich. Der Irrsinn der Liebe geht einher mit dem Irrsinn des Lebens, den die Autorin virtuos bis zur Fantastik auszureizen versteht. Ihre feinen Beobachtungen aus dem zwischenmenschlichen Alltag sind leise, lakonisch, zuweilen derb. Lesetipp!

Kaum zu glauben: Doris Fortin schrieb und illustrierte die Geschichte des kleinen Strichmännchens Minilin als ihre Kinder zwei, drei Jahre alt waren. Nun sind sie längst selbst Eltern von Leseratten, die die Geschichten und Gedichte ihrer Großmutter lieben. So fand dieser Text jahrzehntelang Anklang in Familie und Kindergärten, beschreibt Doris Fortin doch fein und genau das Leben der Tiere und die Naturphänomene, wie Minilin sie durch das Jahr stets besser verstehen lernt. Wohltuend!

Janine Schweiger erzählt seit zwölf Jahren Märchen und Geschichten auf der Bühne. Für Kinder hat sie vielerlei Märchen im Repertoire, vor allem die volkstümlichen "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm. Das Besondere: Janine Schweigers Bühnendarstellungen der Grimmschen Märchen nehmen den Faden einer gern übersehenden Erzähltradition wieder auf, wonach die mündlichen Erzählungen weitaus mehr einer Variabilität unterworfen waren als es die verschrifteten Texte Glauben machen.

Unsere jüngste Autorin Male Springborn hat mit gerade einmal 13 Jahren ein Bilderbuch illustriert und getextet. Das Buch entstand als Achtklassarbeit in ihrer Schule. In der aktuellen Ausgabe der Schulzeitung der Freien Waldorfschule Kleinmachnow ("Durchblick" Ausgabe 207), hat sie darüber geschrieben.

Warum wurde dieses Buch nicht schon eher geschrieben? Über einhundert Jahre alt ist die deutsche Bahá'í-Gemeinde, doch das Wirken ihres Mitbegründers, des Konsuls und Kommerzienrats Albert Schwarz aus Stuttgart und Ehrenbürger Bad Mergentheims ist fast vergessen. Nun würdigt Guido Ettlich im Erzählverlag seine außerordentlichen Fähigkeiten in Kultur und Religion genauso wie in Wirtschaft und Finanzen. Es öffnet sich eine neue Welt in das frühe 20. Jahrhundert.

Die Lebensgeschichte der Pari Khaze ist neu im Erzählverlag. Ursprünglich in Form von Briefen in persischer Sprache verfasst, wurde ihre Geschichte dank ihrer Freunde auch ins Deutsche übersetzt und 2016 zum ersten Mal veröffentlicht. Bereits zuvor kam die persische Fassung heraus und eine englische ist in Vorbereitung. Nun erscheint ihr Erlebnisbericht über Verfolgung, Enteignung und die Hinrichtung ihres Mannes - und ihre Auflehnung gegen dieses staatliche Unrecht - bei uns als Taschenbuch.

Briklebrit - das Zauberwort - eröffnet ungeahnten Reichtum. Ob das möglich ist? Zuvor stellt Renate Barth unter dem gleichen Titel im Erzählverlag sechs Märchen für den Eurythmieunterricht in der Mittelstufe vor. Mit Text und Notationen.

In vielen Schulen wird das Heft für den Eurythmieunterricht in der Unterstufe verwendet. Auch in der Eurythmielehrerausbildung lassen sich die Inhalte der ersten bis vierten Klasse leicht durch die notierten Improvisationen vermitteln.