Freies Erzählen. Ein Grundkurs

Der Sprach- und Literaturwissenschaftler Dr. Michl Zirk (Zeus und Co., Der Weihnachtshase) ist Lehrbeauftragter der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zu den Themen »Erzählend lehren« und  »Märchen erzählen im Deutschunterricht«. Im Verband der Erzählerinnen und Erzähler in Deutschland (VEE) ist er als Ausbilder tätig und steht selbst seit 20 Jahren als professioneller Erzähler auf den Kleinkunstbühnen Deutschlands. Mit seinem Grundkurs »Freies mündliches Erzählen« schließt der Autor  eine Lücke auf dem deutschsprachigen Büchermarkt. Das Buch ist das Ergebnis seiner langjährigen Tätigkeiten für das freie mündliche Erzählen - aus der Praxis für die Praxis.

 

»Bei meinen Recherchen über das Lehren von freiem, mündlichem Erzählen habe ich wenig gefunden, das ich für hilfreich halte«, begründet der Lehrbeauftragte die Motivation für das Lehrbuchschreiben. »Das geht von zu detailliert, zu spezialisiert bis zu oberflächlich, von reinem Märchen erzählen – und damit ist dann meistens das gemeint, was ich Rezitieren nenne – bis zum Erzählen nur für spezielle Zielgruppen, also Kindergarten, Schule, Wirtschaft, von nicht auf Deutsch erhältlich bis vergriffen.«

 

Michl Zirk grenzt das Erzählen vom Storytelling ab, das er im Wesentlichen für eine narrative Managementmethode hält. »Über die vielen Jahre, die ich jetzt Erzählen in den unterschiedlichsten Kontexten lehre, entstanden eine Menge Puzzlesteine, die ich endlich zusammenfügen wollte.«

 

Im Zentrum des Lehrbuches steht die Frage, wie jeder und jede vorgehen kann, wenn er oder sie eine Geschichte (er)findet, bearbeitet und sie dann einem wie auch immer gearteten Publikum erzählen möchte. »Diese Frage habe ich so einfach und allgemein wie möglich und so detailliert und präzise wie nötig zu beantworten versucht. Und trotzdem habe ich nur das für mich Wesentliche dargestellt, ohne allzu vielen Verästelungen und Komplikationen nachzugehen«, so Michl Zirk. 

  

Der Grundkurs vermittelt auf 104 Seiten eine Basis, die sowohl den Umgang mit selbst erfundenen Geschichten erleichtert, als auch die Wiedergabe von existierenden Geschichten zu einem unverwechselbar eigenen Akt des Erzählens macht. Entsprechend leuchtet Michl Zirk in einem ersten Teil in Abgrenzung zum schriftlichen Erzählen den Raum der Mündlichkeit aus. Der Umgang mit der Rohversion einer Geschichte und die Aneignung einer Geschichte folgen im Anschluss, ehe der Autor praktische Fragen wie Präsentation, Programm, Publikum und die Veranstaltungsorganisation klärt. 

 

Mit seiner systematischen Darstellung hebt sich das Lehrwerk von den wenigen oder teils vergriffenen Lehrwerken zum freien mündlichen Erzählen ab. Denn Michl Zirk versteht es, praktische Gesichtspunkte des freien mündlichen Erzählens mit einem grundständigen Einblick in die Sprach-, Kommunikations- und Literaturwissenschaft zu verbinden.  

 

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