Biografien

Erlebte Zeitgeschichte: Menschen, die etwas zu erzählen haben, schildern, welche Ereignisse sie biographisch prägten - wie sie wurden, was sie sind.

Ich fragte und lernte

Erlebnisse aus meiner Häftlingszeit in Gestapo-Haft und im KZ Ravensbrück 1941

 

Lola Jaerschky (1902–1991) war Lehrerin an der Rudolf‑Steiner‑Schule in Berlin und Eurythmistin. Zeit ihres Lebens engagierte sie sich in der anthroposophischen Bewegung und trat als Autorin und Herausgeberin hervor. Als sogenannte „Halbjüdin“ verließ sie 1934 die Schule freiwillig, um die Existenz der Freien Waldorfschule unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht zusätzlich zu gefährden.

Anschließend lebte und arbeitete sie als Sekretärin und Sprechstundenhilfe im Haus ihres Vaters, des 1941 verstorbenen Arztes Paul Jaerschky. Trotz des Verbots der Anthroposophischen Gesellschaft 1935 lud sie dort in dem großen Wartezimmer an so manchen Sonnabenden Freunde und Patienten zu literarisch‑philosophischen Vorträgen im Sinne der Anthroposophie ein. 1941 wurde sie deshalb „wegen Gefährdung der inneren Front“ festgenommen und „bis auf Weiteres“ inhaftiert. Sie verbrachte mehrere Monate im berüchtigten Gestapo‑Gefängnis am Alexanderplatz, bevor sie in das KZ Ravensbrück überführt wurde.

Durch ein Helfernetzwerk um Admiral Wilhelm Canaris („Unternehmen Sieben“) gelang es, die im KZ schwer erkrankte Lola Jaerschky auf freien Fuß zu setzen. Ab dem 13. September 1944, nach Ausbombung und angesichts drohender Deportation, wurde sie gemeinsam mit ihrer fast achtzigjährigen Mutter im Haus von Gertrud Schönberner und deren Adoptivtochter Anna Schönberner‑Müller im Deisterpfad 31 in Berlin‑Zehlendorf versteckt. Anna Schönberner‑Müller hatte Lola Jaerschky zuvor wiederholt in der Gestapo‑Haft besucht.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebten Mutter und Tochter Jaerschky in einem Witwenhaus der Sidonie‑Scharfe‑Stiftung in der Scharfestraße 4 in Berlin‑Zehlendorf. Bis zu ihrem Tod im Januar 1991 engagierte sich Lola Jaerschky über viele Jahrzehnte für die Rudolf‑Steiner‑Schule in Berlin, die im Advent 1948 neu eröffnet wurde. Dort unterrichtete sie erneut Eurythmie, war im freien christlichen Religionsunterricht tätig und wirkte in verschiedenen Oberstufenfächern mit. Außerdem setzte sie sich für den Rudolf‑Steiner‑Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft ein, war zeitweise im Vorstand und förderte zahlreiche anthroposophische Aktivitäten in der Stadt.

 

Ich fragte und lernte

Erlebnisse aus meiner Häftlingszeit in Gestapo-Haft und im KZ Ravensbrück 1941

Mit einem Nachwort von Peter Selg

Reihe Biografie, Bd. 3

314 Seiten, 16,5 x 23,5 cm, Softcover mit Vergee-Umschlag

ISBN 978-3-947831-73-9

 

Artikel-Nr. 79-3173

15,00 €

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Raumforderung

Die Berliner Eurythmistin Annette Merklin schildert ihren Weg in die »Selbstermächtigung«. In der Kindheit emotional missbraucht, über zehn Jahre schwer und bis an die Schwelle des Todes an einem akutenTumor erkrankt, mit körperlichen und seelischen Schmerzen, stellt sie in der autobiografischen Erzählung ihren Weg in die Selbstermächtigung dar. Hier erzählt eine eindrucksvoll starke Frau außergewöhnlich ehrlich. Dank der praktischen Übungen im »Werkzeugkasten« des Buches stellt Annette Merklin ihre Lernerfahrungen anderen zur Verfügung. 

 

"Der Begriff der Selbstermächtigung ist in unserer Gesellschaft wenig bekannt. Eher kennen wir die englische Version: Empowerment. Aufgrund unserer Geschichte ist der Machtbegriff in vielerlei Hinsicht negativ belegt, und das ist verständlich. Dennoch glaube ich, dass Macht etwas Wichtiges ist. Dabei kommt es allerdings auf die Unterscheidung an zwischen schädigender Macht und Macht, die für das Individuum und damit für die Gemeinschaft förderlich ist. Ein Mensch, der sich machtlos, ohnmächtig und ausgeliefert fühlt, ist sich seiner Ressourcen nicht bewusst. Ihm fehlt das Gefühl, wirksam zu sein und auf seine jeweilige Situation Einfluss nehmen zu können. Ihm fehlt das Vertrauen in sich und seine Möglichkeiten, etwas an seiner Lage zu verändern. Er fühlt sich als Opfer. - Auch ich fühlte mich lange als Opfer. ... Mein Weg in die Selbstermächtigung hat mir gezeigt, welches Potential sich in meinem Inneren verbirgt, und dass es in meiner Macht liegt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen."

- Annette Merklin

 

Annette Merklin

Raumforderung.

Mein Weg in die Selbstermächtigung.

Reihe Biografie, Bd. 2

168 Seiten, 16,5 x 23,5 cm, Softcover mit Vergé-Umschlag

ISBN 978-3-947831-65-4

 

Artikel-Nr. 79-3165

12,00 €

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Opa, Onkel Hellmut, Castadarrow und ich

Die Autorin Carla Thompkins (Jg. 1950) erzählt autobiografisch von siebzig gelebten Jahren. Sie wächst in einem Haushalt mit vier Generationen auf, mit Oma, Opa und Onkel Hellmut, aber ohne Vater und Mutter. Im Vorschulalter erkrankt das Mädchen schwer an einem Virus. Zwei Jahre lang darf es keinen Kindergarten besuchen. Ihre Spielplätze sind eine geräumige Altbauwohnung und ein großer Schlosspark. Unter den Besuchern ist auch der Theologe, Philosoph, Musiker und Arzt Albert Schweitzer. Der Friedensnobelpreisträger, liebevoll Onkel Berti genannt, gibt dem Mädchen einen Satz mit auf ihren Lebensweg: »Die meisten Menschen ziehen den Wein zurück, wenn Gott ihnen einschenken will!«

Diese Begegnung scheint zunächst keinen Einfluss auf die Neunjährige zu haben. Sie bleibt ein schüchternes Mädchen. Aber dann, als junge Frau! Schweitzers Lern- und Lebensstil scheinen Ansporn zu sein, Ähnliches zu tun: Sie vollzieht ihre geistige Transformation an Orten im In- und Ausland, in verschiedenen Berufen und nicht zuletzt mit ihrem Ehemann.  Die Kraft für den eigenen Wandel und ihr Wunsch, dem Wohl der Menschheit zu dienen — als international tätige Regierungs-, Bildungs- und Kommunikationsberaterin — ist Folge ihrer geistigen Beheimatung in der Bahá'í-Religion. Lebensthemen wie Familiensinn und Gemeinschaftsgefühl, Verbesserung des menschlichen Zusammenlebens, Freundschaft und Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Krankheit, Abschied und Sterben werden in einfachen, direkten Worten mit einer großen Leichtigkeit erzählt.

 

Carla Thompkins

Opa, Onkel Hellmut, Castadarrow und ich

Ein Leben mit Verwicklungen

2., aktualisierte Ausgabe, Juni 2024

Reihe Biografie, Bd. 1

128 Seiten, 16,5 x 23,5 cm, Softcover mit Vergé-Umschlag

ISBN 978-3-947831-62-3

 

Artikel-Nr. 79-3162

12,00 €

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