Wenn Worte Farben finden

Entstanden aus dem Projekt »Poesie & Malen für Menschen mit Demenz«  der Dr. Jürgen Köster-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Hamburg vereint dieses Buch die einfühlsame Lyrik Jürgen Kösters mit der kreativen Ausdrucksform der Malerei von Menschen mit Demenz. Zugleich bietet das Buch wertvolle Impulse für den Alltag in Betreuung und Pflege – für Menschen mit Demenz, für Angehörige, Fachkräfte und alle, die neue Wege der Begegnung entdecken möchten. Ein Buch über Wertschätzung und Teilhabe, Selbstbestimmung und Würde – jenseits von Bewertung, Erwartung und Leistungsdruck. Alles kann, nichts muss. Was zählt – ist der Moment!

Über das Buch

"Wenn Worte Farben finden" erzählt von einem besonderen Zusammenspiel: Gedichte des Hamburger Arztes und Lyrikers Dr. Jürgen Köster begegnen den Bildern von Menschen mit Demenz. Aus Worten, Farben, Erinnerungen und Stimmungen entsteht ein Buch voller Poesie und Malerei, das die vier Jahreszeiten nicht nur beschreibt, sondern erfahrbar macht: Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden zu inneren Landschaften voller Sehnsucht, Licht, Abschied, Trost und neuer Lebendigkeit. Die Bilder antworten auf die Gedichte — manchmal leise, manchmal kraftvoll, immer unmittelbar. So entsteht ein Dialog zwischen Sprache und Malerei, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem, was bleibt, und dem, was sich verändert.

 

Die durchgehend farbigen Gemälde entstanden zwischen Februar 2022 und März 2024. Die Gruppe der Menschen mitDemenz und ihre Angehörigen trafen sich zweimal im Monat unter Leitung der begleitenden Kunsttherapeutinnen Beate Fuchs und Susanne Scheffczyk in den Räumen der Alzheimer Gesellschaft in Hamburg. Dort wurden Gedichte von Jürgen Köster vorgelesen, die von Naturerlebnissen und Erinnerungen handeln. Das Lesen regte zu inneren Bildern und Erinnerungen an. Manche Teilnehmende begannen zögerlich, andere griffen sofort zu den Farben. Beliebt waren Pastellkreiden, weil sie gut in der Hand lagen und sich weich verstreichen ließen. Daneben entstanden mehrere großformatige Gruppenarbeiten mit Gouache auf Leinwand im Format 150 × 100 cm.


Freiheit 

 

Ich stehe frei auf weitem Feld, 

denn nur die Freiheit ist, was zählt. 

Sie lässt dich alles sehen.

Ich gehe aufrecht durch das Tal, 

hindurch durch manche dunkle Qual, 

die ich so oft gesehen.

Ich gehe hin zu neuem Licht, 

da alles Dunkle von mir wich, 

wo raue Stürme wehen.

Ich schreite in die helle Zeit,  

heraus aus der Vergangenheit, 

aus Träumen, die vergehen.

 

Dr. Jürgen Köster


Blick ins Buch

Wenn Worte Farben finden

Poesie und Malen für Menschen mit Demenz

Herausgegeben von der Dr. Jürgen Köster-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V.

mit 55 farbigen Bildern

176 Seiten, 21 x 21 cm, Hardcover

ISBN 978-3-947831-76-0

Artikel-Nr. 79-3176

24,00 [D], 24,50 [AT]


Über die Künstlerinnen und Künstler

Die Künstlerinnen und Künstler sind Menschen mit Demenz bzw. beginnender Demenz, die an der Malgruppe der Alzheimer-Gesellschaft Hamburg teilnahmen. Mit dabei waren Carmen, Klaus, Volker, Gisela, Karin und weitere Personen. Die künstlerische Arbeit wurde von der Künstlerin und Demenzbegleiterin Beate Fuchs sowie der Kunsttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie Susanne Scheffczyk begleitet und ermöglicht. Beide leiten seit vielen Jahren eine Malgruppe für Menschen mit Demenz bei der Alzheimer Gesellschaft Hamburg und prägten die Umsetzung des Projekts fachlich und menschlich.

Über die Dr. Jürgen Köster-Stiftung

Die Dr. Jürgen Köster Stiftung engagiert sich in Hamburg für ältere Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Ihr Fokus liegt auf einer zielgerichteten und nachhaltige Linderung von Altersarmut sowie auf einer qualifizierten Unterstützung von Menschen mit Demenz. Die Stiftung bewahrt und vermittelt mit diesen Zielen das geistige und künstlerische Erbe von Dr. Jürgen Köster und führt es in lebendigen Projekten weiter.

Portrait Dr. Jürgen Köster
Dr. Jürgen Köster

 

Dr. Jürgen Köster wurde am 11. November 1930 in Hamburg als Sohn eines Arztes geboren. Nach dem Medizinstudium übernahm er die Arztpraxis seines Vaters in Hamburg-St. Pauli, nahe dem Fischmarkt. Seine Patienten kamen aus allen sozialen Schichten; Hausbesuche bis in die späten Abendstunden gehörten für ihn selbstverständlich dazu. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit interessierte er sich stark für Theater, Musik und bildende Kunst. Jürgen Köster schrieb melancholische, freiheitssuchende und naturverbundene Gedichte. Besonders verbunden war er mit Sylt, das ihm Sehnsuchtsstätte und Kraftquelle war. Seine Gedichte aus dem Band "Wenn Worte Farben finden" reichen bis ins Jahr 1997 zurück. 

 

Zeit seines Lebens sah er es als Aufgabe, ältere und bedürftige Menschen zu unterstützen. Aus diesem Vermächtnis entstand die Dr. Jürgen Köster-Stiftung, deren Gründung er seiner Schwägerin Anita Kalla übertrug. Dr. Jürgen Köster starb am 15. Januar 2018 in Hamburg. Foto: Dr. Jürgen Köster-Stiftung

Für wen ist das Buch geeignet?

Das Buch zeigt, dass Menschen mit Demenz weiterhin schöpferisch, empfindsam und ausdrucksstark sein können. Für Angehörige kann es tröstlich und ermutigend sein, weil es nicht die Krankheit, sondern Kreativität, Erinnerung und Würde in den Mittelpunkt stellt. Das Buch bietet des Weiteren für Pflegekräfte, Betreuungskräfte, Demenzbegleiterinnen und Demenzbegleiter, Sozialdienste, Ergotherapeutinnen, Kunsttherapeuten und Mitarbeitende in Tagespflege, Pflegeheimen oder ambulanten Diensten Anregungen für kreative Aktivierung durch Gedichte, Farben und gemeinsames Malen. Da das Projekt in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft Hamburg e. V. entstanden ist, passt das Buch sehr gut in Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Angehörigencafés, Demenznetzwerke und Informationsangebote. Besonders geeignet ist es für Bestände zu Demenz, Pflege, Angehörigenarbeit, Kunsttherapie, Lyrik, Alter und sozialer Kulturarbeit.

Veranstaltungen

Im Rahmen der Hamburger Stiftungstage 2026 lädt der Abend Takt & Tatendrang – Der Zukunft Gehör verschaffen zu besonderen Begegnungen zwischen Kunst, Musik und Sprache ein.

 

Die Dr. Jürgen Köster Stiftung stellt das Projekt  vor, aus dem das berührende Buch „Wenn Worte Farben finden“ entstanden ist. Ein besonderer Höhepunkt des Abends ist die Buchpräsentation mit Lars Ruppel – Slampoet und Kabarettist –, der den Texten auf eindrucksvolle Weise Stimme und Ausdruck verleiht. Begleitend zeigt die Galerie des TONALi Saals ausgewählte Arbeiten aus dem Projekt.

 

👉 Donnerstag, 25. Juni 2026

👉 18:00 Uhr

👉 TONALi Campus, Kleiner Kielort 8, 20144 Hamburg


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